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Gebäudeeinmessung

Gebäudeeinmessungen sind gesetzlich vorgeschrieben, sobald auf einem Grundstück ein Gebäude - zum Beispiel ein Wohnhaus oder eine Garage - neu errichtet oder in seinem Grundriss verändert worden ist. Eigentümer oder Erbbauberechtigte müssen unmittelbar nach der Fertigstellung des Gebäudes oder der äußeren Grundrissveränderung die Einmessung beauftragen. Bei Fragen gibt das Katasteramt gerne Auskunft.
Mitarbeiter des Kreises bei einer Gebäudeeinmessung. Foto: Kreis Soest/Abteilung Liegenschaftskataster
Mitarbeiter des Kreises bei einer Gebäudeeinmessung. Foto: Kreis Soest/Abteilung Liegenschaftskataster

Nicht einmessungspflichtig sind:

  • Umbauten, Aufstockungen und andere Veränderungen, die sich nicht auf den Grundriss des Gebäudes auswirken,
  • Behelfsbauten und untergeordnete Gebäude, die nach ihrer Ausführung für eine dauerhafte Nutzung nicht geeignet oder die für eine begrenzte Zeit aufgestellt worden sind,
  • Gebäude und Gebäudeanbauten mit einer Grundrissfläche von weniger als 10 Quadratmetern oder von geringer Bedeutung (zum Beispiel Gartenhäuser in Kleingartenanlagen oder Carports),
  • Gebäude, die vor 1972 errichtet wurden.
  • Gebäude und Gebäudeanbauten, die in § 62 der Landesbauordnung 2018 vom 21. Juli 2018 (GV. NRW. S. 421) aufgeführt sind. zum Beispiel:

    a) Gebäude bis zu 75 m³ Brutto-Rauminhalt ohne Aufenthaltsräume, Ställe, Toiletten oder Feuerstätten, im Außenbereich nur, wenn sie einem land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb (§ 35 Absatz 1 Nummer 1 des Baugesetzbuchs in der Fassung der Bekanntmachung vom 3. November 2017 (BGBl. I S. 3634) und weder Verkaufs- noch Ausstellungszwecken dienen,

    b) Garagen einschließlich überdachter Stellplätze mit einer mittleren Wandhöhe bis zu 3 m und einer Brutto-Grundfläche bis zu 30 m², außer im Außenbereich

Wann entsteht die Einmessungspflicht?

Unmittelbar nach der Fertigstellung des Gebäudes oder der äußeren Grundrissveränderung entsteht die Einmessungspflicht für die Eigentümer oder Erbbauberechtigten.

Wer darf Gebäude einmessen?

Gebäudeeinmessungen dürfen nur von der Katasterbehörde oder von öffentlich bestellten Vermessungsingenieureninnen - und ingenieuren durchgeführt werden. 

Können Lagepläne eine Gebäudeeinmessung ersetzen?

Nein! Lagepläne ersetzen keine Gebäudeeinmessung. Bei einer Gebäudeeinmessung werden die Maße des Gebäudes bezogen auf die Grundstücksgrenzen und/oder das geodätische Anschlusspunktfeld ermittelt.

Wer überwacht die Einmessungspflicht?

Die Abteilung Liegenschaftskataster und Vermessung wird von den Bauordnungsbehörden im Kreis Soest über alle Genehmigungen und Anzeigen von Bauvorhaben informiert.

Liegt der Katasterbehörde nach Fertigstellung des Gebäudes kein Nachweis über die Beantragung der Gebäudeeinmessung vor, erhalten die Eigentümer oder Erbbauberechtigten von der Katasterbehörde eine schriftliche Erinnerung, den Nachweis über die Beantragung der Einmessung des fertiggestellten Gebäudes vorzulegen. 

Wird auch dieser Aufforderung nicht nachgekommen, kann die Einmessung zwangsweise auf Kosten des Eigentümers oder Erbbauberechtigten angeordnet werden. 

Durch die regelmäßige Auswertung von Luftbildern oder durch örtlich durchgeführte Feldvergleiche erhalten wir außerdem zusätzliche Informationen über Grundrissveränderungen oder neu errichtete Gebäude. Auch in diesen Fällen schreiben wir die Eigentümer oder Erbbauberechtigten an und bitten diese um weitere Informationen. Danach entscheiden wir, ob die Einmessung gebührenpflichtig ist oder nicht. Es kann also durchaus vorkommen, dass wir in Einzelfällen erst nach mehreren Jahren zur Gebäudeeinmessung auffordern.

Notwendige Unterlagen

In der Regel nicht erforderlich, Angaben zur Lage des Grundstücks sind von Vorteil.

Bearbeitungszeit

Hängt vom Einzelfall ab. Vermessungen und Bearbeitung werden möglichst zeitnah durchgeführt.

Kosten

Der Nachweis des gesamten Gebäudebestandes ist für den privaten und öffentlichen Rechtsverkehr sowie für Wirtschaft und Verwaltung von großer Bedeutung. Deshalb hat der Gesetzgeber Eigentümer und Erbbauberechtigte dazu verpflichtet, auf ihre Kosten die Messungen durchzuführen zu lassen.

Die Kosten richten sich nach der Vermessungs- und Wertermittlungskostenordnung (VermWertKostO NRW).

Hiernach berechnen sich die Kosten anhand der Normalherstellungskosten (durchschnittliche Baukosten je nach Gebäudeart und Bruttogrundfläche) des Gebäudes:

Auszug aus der Vermessungs- und Wertermittlungskostenordnung (VermWertKostO NRW):

Normalherstellungskosten

Gebühr ohne Mwst.

Gesamtgebühr
Vermessung inkl. Mwst.

bis einschließlich 25.000 €

320 € + 140 €

547,40 €

über 25.000 € bis einschließlich 100.000 €

320 € + 380 €

833,00 €

über 100.000 € bis einschließlich 350.000 €

320 € + 600 €

1094,80 €

über 350.000 € bis einschließlich 600.000 €

320 € + 1.030 €

1.606,50 €

über 600.000 € bis einschließlich 1.000.000 €

320 € + 1.780 €

2.499,00 €

über 1.000.000 € bis einschließlich 5.000.000 €

320 € + 2.200 €

2.998,80 € 

Soll der Grenzabstand der Gebäudeecken festgestellt werden, ist hierfür eine separate Grenzvermessung zu beantragen.

Bei amtlichen Vermessungen, die zeitlich und örtlich zusammenhängend durchgeführt werden, ermäßigen sich die Gebühren.

Zahlungsarten

In der Regel Überweisung, nachdem der schriftliche Gebührenbescheid zugesandt wurde.

Rechtsgrundlagen

  • Gesetz über die Landesvermessung und das Liegenschaftskataster (Vermessungs- und Katastergesetz - VermKatG NRW)
  • Verordnung zur Durchführung des Gesetzes über die Landesvermessung und das Liegenschaftskataster (DVOzVermKatG NRW)
  • Kostenordnung für das amtliche Vermessungswesen und die amtliche Grundstückswertermittlung in Nordrhein-Westfalen (Vermessungs- und Wertermittlungskostenordnung - VermWertKostO NRW)

Ihre Ansprechpersonen

Frau Edith Hagedorn-Gerling Anrufen: 02921 30-2348 katasteramt.auskunft@kreis-soest.de
Frau Beate Jüngling-Dahlhoff Anrufen: 02921 30-2566 katasteramt.auskunft@kreis-soest.de
Herr Heinz-Werner Scheer Anrufen: 02921 30-2349 heinz-werner.scheer@kreis-soest.de
Zuletzt aktualisiert am: 02.03.2020
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