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Notstrom-Container hilft bei „Blackout“

Neue Anschaffung des Katastrophenschutzes Ausschussmitgliedern vorgestellt

Vorstellung AB-Strom
Die Mitglieder des Ausschusses für Ordnungsangelegenheiten und Rettungswesen informierten sich vor ihrer Sitzung im Rettungszentrum über den Abrollbehälter Strom, ein Container mit vier Notstromaggregaten. Foto: Wilhelm Müschenborn/ Kreis Soest
Pressemeldung vom 11.06.2019 18:00

Kreis Soest (kso.2019.06.11.239.-rn). Der Katastrophenschutz des Kreises hat einen Abrollbehälter Strom (AB-Strom) beschafft. Es handelt sich um eine mobile Containereinheit mit vier leistungsstarken transportablen Notstromaggregaten, die sich bei Bedarf zu einem großen Aggregat verbinden lassen. Das neue System, das im Falle eines Stromausfalls eingesetzt werden kann, wurde vor der Sitzung des Ausschusses für Ordnungsangelegenheiten und Rettungswesen am Dienstag, 11. Juni, im Kreis-Rettungszentrum am Soester Boleweg vorgestellt.


In Zusammenarbeit mit der Firma Polyma aus Kassel wurde der AB-Strom als Prototyp für den Feuerwehreinsatz konzipiert und zu einem Anschaffungspreis von 260.000 Euro fertiggestellt. Der AB-Strom besteht aus vier Notstromgeneratoren mit einer Einzelleistung vom 100 kVA, was eine Gesamtleistung von 400 kVA ausmacht. „Das hat den Vorteil dass je nach benötigter Leistung bis zu vier Einsatzstellen gleichzeitig versorgt werden können“, erläuterte Kreisbrandmeister Thomas Wienecke den Ausschussmitgliedern. „Wichtig ist, dass in Frage kommende Einrichtungen Einspeisemöglichkeiten schaffen.“ Im Einsatzfall bedient eine Gruppe von Feuerwehrangehörigen den Abrollbehälter Strom, die im zivilen Leben als Elektrofachkräfte tätig sind und somit auch die nötige Fachkenntnis mitbringen. Der im Rettungszentrum stationierte Abrollbehälter wird mit Hilfe eines der beiden dort vorhandenen Wechselladerfahrzeuge, die unterschiedliche Container aufnehmen können, zur Einsatzstelle transportiert.

Die Gesamtleistung von 400 kVA ist durchaus geeignet, um vorübergehend eine Notstromversorgung für ein Krankenhaus, ein Pflegeheim oder ein Rechenzentrum sicherzustellen. Das Rettungszentrum des Kreises Soest wurde vorausschauend mit einer kurzzeitigen Batterie-Pufferung für die Leitstellen und einer Notstromversorgung für das gesamte Gebäude ausgestattet, aber darüber hinaus auch mit einer zusätzlichen Einspeisemöglichkeit. So könnte auch dort der jetzt in Dienst gestellte Abrollbehälter Strom zum Einsatz kommen, falls die vorgeplante und fest installierte Notstromversorgung ausfallen sollte.

Obwohl in Deutschland ein hoher Grad an Versorgungssicherheit herrscht, sind Stromausfälle auch hier nicht auszuschließen. Je nach Ursache des Ausfalls oder des zu behebenden Schadens kann die Stromversorgung flächendeckend und für einen längeren Zeitraum gestört sein, wie die Bevölkerung des westlichen Münsterlandes im Jahr 2005 erleben musste. Weil plötzlich über 80 Hoch- und Höchstspannungsmasten unter ungewöhnlich großen Schneelasten nachgaben, wurden 850.00 Menschen von der Stromversorgung abgeschnitten. Noch am Tag danach mussten 250.000 Menschen in Kälte und Dunkelheit ohne Strom auskommen. Ein solcher mehrtägiger und flächendeckender Stromausfall wird als „Blackout“ bezeichnet. Ein Szenario, mit dem sich auch der Katastrophenschutz des Kreises seit Jahren intensiv beschäftigt und das Grundlage für die politische Entscheidung zur Anschaffung des AB-Strom war.


Zuletzt aktualisiert am: 11.06.2019
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