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„Wie ticken Jugendliche?“

80 Gäste beim digitalen Fachtag zur Sinus-Studie 2020

Pressemeldung vom 11.06.2021 10:00

Kreis Soest (kso.2021.06.10.335.rhh). Das Thema "Wie ticken Jugendliche" wird im Kreis Soest schon seit mehreren Jahren unter die Lupe genommen. In diesem Jahr freuten sich Ursula Rode-Schäffer von der Regionalagentur Hellweg-Hochsauerland sowie Simon Schmitz und Andrea Bergmann von der Kommunalen Koordinierungsstelle Übergang Schule-Beruf, fast 80 Gäste bei der durch den ESF und das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW geförderten digitalen Veranstaltung begrüßen zu dürfen.


In einem kurzweiligen Vortrag stellte Referentin Christine Uhlmann (Leiterin der Sinus-Akademie, Heidelberg) die Ergebnisse der Sinus-Jugendstudie 2020 vor. Im Vordergrund stand die Erkenntnis, dass es nicht die eine Lebenswelt von Jugendlichen gibt, sondern sich diese in verschiedene, teils überlappende Milieus unterscheiden lassen. Die Sinus-Studie ordnet Jugendliche aufgrund ihrer Werte und Vorstellungen sieben verschiedenen „Lebenswelten“ zu: Traditionell- Bürgerliche; Prekäre, Konsum-Materialisten, Adaptiv-Pragmatische, Postmaterielle, Expeditive und Experimentalisten. Auch die neu aufgetretenen Probleme für die Jugendlichen durch die Corona-Pandemie flossen in die Ergebnisse mit ein.

In anschließend gebildeten Kleingruppen setzten sich die Teilnehmenden mit drei Kernfrage auseinander: Stimmen die Forschungsergebnisse mit meinen Beobachtungen dieser Lebenswelt überein? Ist diese Lebenswelt für unsere Angebote gut erreichbar? Welche Best-Practice-Ideen gibt es für diese Lebenswelt?

Die zusammengetragenen Ergebnisse machten deutlich, dass viele Jugendliche die Angebote in der Region nutzen, dass aber gerade in Corona-Zeiten die prekären Jugendlichen, welche um Orientierung und Teilhabe bemüht sind, aber schwierige Startvoraussetzungen haben, nicht erreicht werden können. „Wir müssen gerade für diese jungen Menschen Verantwortung übernehmen, damit wir sie nicht verlieren,“ betont Andrea Bergmann von der Kommunalen Koordinierungsstelle.

Ursula Rode-Schäffer von der Regionalagentur Hellweg-Hochsauerland freute sich besonders über das breite Teilnehmerfeld: „Das große Interesse aus Schulen, Bildungseinrichtungen, Hochschulen, Wirtschaft und aus der Verwaltung zeigt einmal mehr, wie wichtig allen Akteuren in der Region ein breites Verständnis der Lebenswelten von Jugendlichen ist.“

In der Veranstaltung wurden zudem die Anforderungen der Arbeitswelt an die Jugendlichen näher beleuchtet. Die sogenannte „Future Readiness“ und Zukunftskompetenzen stellen dabei nicht nur die Jugendliche, sondern auch Schulen und Betriebe vor neue Herausforderungen.

Dass Kenntnisse über die Interessen und Ansprüche der Jugendlichen von großem Nutzen sind, darin sind sich auch Andrea Bergmann und Simon Schmitz einig: „Berufliche Orientierung ist dann erfolgreich, wenn Jugendliche nach der Schule ihren für sich passenden Anschluss finden. Alle, die sie dabei begleiten, können mit den Erkenntnissen der Studie noch besser die Bedürfnisse der Jugendlichen verstehen, auf diese eingehen und sie unterstützen.“


Zuletzt aktualisiert am: 11.06.2021
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