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Renaturierung an Salz- und Nordbach startet

Teil des Ahse-Projektes „Lebendige Bördebäche“ – Neue Verläufe

Entfesselung geplant
Schnurgerade ausgebaut, die Ufer mit Steinschüttungen befestigt, so fließt der Salzbach heute im Bereich der Deponie Werl. Dieser naturferne Zustand soll in den nächsten Wochen verbessert und das Gewässer entfesselt werden. Foto: Ing.-Büro Sönnichsen & Weinertnn
Pressemeldung vom 10.09.2021 10:00

Kreis Soest (kso.2021.09.10.521.ak/-rn). Westlich der Deponie Werl mündet der Nordbach zunächst in den Sönnerbach und dieser dann direkt in den Salzbach. Salz- und Nordbach sollen an dieser Stelle in den kommenden Wochen renaturiert werden. Das kündigt die Abteilung Umwelt der Soester Kreisverwaltung an. Die Maßnahme ist ein Teil des Ahse-Projektes "Lebendige Bördebäche", das der Kreis Soest gemeinsam mit der Stadt Hamm im gesamten Einzugsgebiet der Ahse umsetzt.


In den 1980er Jahren wurden diese Bäche begradigt und im Regelprofil ausgebaut. Um Uferabbrüche zu verhindern, wurden Ihre Ufer zudem mit Wasserbausteinen befestigt. Die Renaturierung orientiert sich am Leitbild der „löss-lehmgeprägten Tieflandsbäche“. Typisch für diese Bäche ist das sogenannte Kastenprofil mit senkrechten Ufern und zum Teil unterspülten Prallhängen. Die Bördebäche sind zudem im natürlichen Zustand geschlängelt bis mäandrierend, sind tief eingeschnitten und haben viel Totholz.

In Anlehnung an dieses Leitbild sollen Salz- und Nordbach renaturiert werden. Der Salzbach erhält einen rund 350 Meter neuen Bachlauf und der Nordbach bekommt eine neue Lauflänge von rund 100 Metern. Ein Teil der Altverläufe wird dazu verfüllt. Außerdem wird in diesem Bereich die Brücke über den Sönnerbach entfernt. Sie ist eine gewässerökologische Engstelle und behindert eine natürliche Gewässerentwicklung.

Die erforderlichen Flächen werden der Wasserwirtschaft des Kreises Soest von der Stadt Werl zur Verfügung gestellt. Die Stadt Werl ist Eigentümerin der Waldflächen, durch die beide Bäche gelegt werden. Durch die Verlegung der Bäche in flacheres Gelände werden die Bäche künftig häufiger ausufern und damit zu einer Verbesserung des hier vorhandenen ökologisch wertvollen Auenstandortes beitragen.

Zur Freilegung der neuen Gewässertrassen wurden bereits Bäume gefällt. Ein Teil dieser Bäume wird als Totholz wieder in die Bäche eingebaut. Totholz ist ein wichtiges Strukturelement innerhalb eines Baches. Es ist Nahrungsgrundlage für Kleinstlebewesen und dient Fischen und anderen Gewässerorganismen als Unterstand.

Die Kosten der Baumaßnahme inklusive der Entsorgung des überschüssigen Bodens belaufen sich auf 195.000 Euro. Vom Land Nordrhein-Westfalen wird diese Maßnahme mit 80 Prozent bezuschusst. Dem Sachgebiet Wasserwirtschaft liegt ein entsprechender Zuwendungsbescheid der Bezirksregierung Arnsberg vor.


Zuletzt aktualisiert am: 10.09.2021
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