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Hunde in der Brutzeit anleinen

Untere Naturschutzbehörde erinnert an gesetzliche Regelung für Vogelschutzgebiete

Vorbildlich
Diese Hundebesitzerin verhält sich vorbildlich. Sie geht mit ihrem Border Collie im Vogelschutzgebiet Hellwegbörde, hier am Vogelberg in Warstein-Belecke, angeleint spazieren. Foto: Thomas Weinstock/ Kreis Soest
Pressemeldung vom 26.02.2018 12:00

Kreis Soest (kso.2017.02.26.081.-rn). Echte Naturliebhaber berücksichtigen es immer: Hunde müssen in Naturschutzgebieten stets angeleint werden. Vom 1. März bis zum 31. Juli gilt bereits im zweiten Jahr zusätzlich auch die im NRW-Landesnaturschutzgesetz seit 2016 geregelte Anleinpflicht in Vogelschutzgebieten. Diese Bestimmung wirkt sich für Hundehalterinnen und Hundehalter im Kreis Soest besonders aus, da viele von ihnen in ihrer Nachbarschaft zum Beispiel auf das großräumige Vogelschutzgebiet Hellwegbörde treffen.


"Durch das Vorkommen der stark bedrohten Vogelarten Kiebitz, Goldammer und Wiesenweihe oder der selten gewordenen Wachtel hat der Kreis Soest eine besondere Verantwortung", appelliert Katharina Farwick-Brückhändler, in der Unteren Naturschutzbehörde als Landschaftsökologin zuständig für die Umsetzung des Vogelschutzmaßnahmenplans Hellwegbörde. "Was viele nicht wissen: Nester gibt es nicht nur in Hecken und Bäumen. Auch am Boden, auf Ackerflächen und auf Wiesen und Weiden wird gebrütet." Besonders diese bodenbrütenden Arten benötigten Schutz. Sie seien durch am Boden jagende Räuber wie zum Beispiel Füchse und durch Flächenverluste selten geworden. Katharina Farwick-Brückhändler: "Niemand sollte deshalb seinen Hund in der Brutzeit auf Feldern und Wiesen stöbern, spielen oder laufen lassen. Denn auch häufiges Aufscheuchen der Elternvögel vom Nest kann zum Auskühlen der Eier führen oder die Elternvögel dermaßen ablenken, dass Raubtiere die schutzlosen Küken erbeuten. Sogar junge Feldhasen und Rehkitze können schon durch das Hetzen zu Tode kommen oder sie werden von ihren Müttern nicht mehr angenommen."

Deshalb gelte die Bitte, Hunde grundsätzlich nicht in Natur- und Vogelschutzgebieten frei laufen zu lassen, denn diese böten geeignete Rückzugsräume im Außenbereich. Durch Hundekot auf landwirtschaftlichen Flächen könnten darüber hinaus Verunreinigungen bei der Futter- und Lebensmittelherstellung entstehen.

Die Nichtbeachtung der Anleinpflicht kann mit einem Bußgeld geahndet werden. "Aber auch Hauskatzenbesitzer sollten während der Brutzeit ihre Tiere, so weit möglich, nicht unbeaufsichtigt frei laufen lassen", meint Katharina Farwick-Brückhändler außerdem.

Die genaue Abgrenzung der Natur- und Vogelschutzgebiete im Kreis Soest können auf Karten im Netz unter www.kreis-soest.de nachvollzogen werden. Einfach "Vogelschutzgebiet" ins Suchfeld eingeben.

Zuletzt aktualisiert am: 26.02.2018
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